Armin Schlüter, der bei den Wasserrettern seit 2017 an der Spitze gestanden hatte, zieht sich in die zweite Reihe zurück. Der scheidende Vorsitzende erhielt bei der Frühjahrssitzung wie drei weitere verdiente Aktive die BRK-Ehrennadel in Silber. Mit der Anschaffung von Helmen und Rettungswesten stellte Technischer Leiter Fabian Seebauer für 2026 größere Investitionen in Aussicht.
Von Frank Betthausen
Cham. Nach acht Jahren kommt es an der Spitze der Kreis-Wasserwacht Cham zu einem Wechsel. Bei ihrer Frühjahrssitzung im Lehrsaal der BRK-Rettungswache in der Tiergartenstraße kürten die Vertreter der Ortsgruppen Joseph Kraus bis 2029 zu ihrem neuen Vorsitzenden.
Er beerbt Armin Schlüter, der seit 2017 im Amt gewesen war und sich aus persönlichen Gründen in die zweite Reihe zurückzieht. „Ich möchte mehr Zeit mit der Familie und meinem Sohn verbringen“, erläuterte er die Hintergründe seiner Entscheidung.
Nach dem Votum der Aktiven – an der Versammlung nahmen auch die Beauftragten der Fachdienste teil – bleibt Schlüter weiter im Vorstand der Kreis-Wasserwacht tätig. Er wirkt künftig – die beiden tauschten ihre Rollen – als Stellvertreter von Kraus.
Dank für die „harmonische Zusammenarbeit“
Der scheidende Vorsitzende, der an diesem Abend wie drei weitere verdiente Aktive die BRK-Ehrennadel in Silber erhielt, dankte „seiner Mannschaft“ und den Mitgliedern in den Ortsgruppen für ihren Einsatz und die „harmonische Zusammenarbeit“ in den vergangenen Jahren.
Natürlich habe es hin und wieder Diskussionen gegeben, doch die seien ausnahmslos auf respektvollem Niveau ausgetragen worden. „Das war eine sehr angenehme Arbeit“, hielt Schlüter fest.
Als Technischer Leiter fungiert nach den Neuwahlen weiterhin Fabian Seebauer. Sein Stellvertreter bleibt Richard Raum, als Jugendleiterin sprach die Wasserwachts-Familie erneut Ramona Kraus ihr Vertrauen aus.
Neu in ihrer Position ist Schriftführerin Vanessa Paulus. Fabian Seebauer bekleidet außerdem den Posten des Kreiswasserwachtarztes.
„Als Kreis-Wasserwacht können wir stolz sein auf diesen Einsatzdienst, den wir mit schlagkräftiger Manpower vorhalten. Das ist ein echtes Qualitätsmerkmal.“
Technischer Leiter Fabian Seebauer
In seiner Funktion als Technischer Leiter machte er den 89 Einsatzkräften in den Schnelleinsatzgruppen Bad Kötzting (elf), Cham (40 plus ein Aktiver aus Sattelbogen), Roding (17) und Waldmünchen (20) ein großes Kompliment. „Wir sind sehr gut aufgestellt. Als Kreis-Wasserwacht können wir stolz sein auf diesen Einsatzdienst, den wir mit schlagkräftiger Manpower vorhalten. Das ist ein echtes Qualitätsmerkmal“, befand er.
Für das Jahr 2024 bilanzierte er 15 Einsätze mit knapp 326 Einsatzstunden – darunter fünf Wasserrettungs- und genauso viele Einsatzleiteralarme.
Die Entwicklung habe dabei ab dem Jahr 2022 „einen Schwung nach oben“ genommen, merkte er an. Und auch, wenn die Zahl der Einsätze in dieser Zeit „nur“ zwischen 15 und 18 pro Jahr gelegen habe, sei Cham unter den 16 Kreis-Wasserwachten im Bereich des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz vorne mit vertreten.
„Da sind wir unter den Top fünf zu finden – wenngleich wir an Regensburg oder Schwandorf nicht heranreichen“, sagte Seebauer.
Die Wachstationen im Freibad Cham (1682 Wachstunden; 53 Erste-Hilfe-Leistungen), im Freibad Sattelbogen (234; 20) und am Perlsee in Waldmünchen (116; eine Erste-Hilfe-Leistung) hätten ihren Wert im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt. „Auch das ist eine Leistung, auf die wir sehr stolz sein können“, betonte der Technische Leiter.
Größere Investitionen auf Kreisverbandsebene seien heuer keine zu erwarten. Beträchtliche Kosten stellte er allerdings für 2026 in Aussicht. Nach Ablauf von fünf Jahren müssten dann die 2021 in allen Schnelleinsatzgruppen rundum erneuerten Wasserretter-Helme und ein Großteil der Rettungswesten, bei denen die Lebensdauer von zehn Jahren überschritten sei, ausgesondert werden.
BRK-Referatsleiter Stefan Raab zollte den Wasserrettern aus dem Landkreis an dem Abend „seinen Respekt und seine Anerkennung“ für ihre Leistungen. „Jeder, der sich im Ehrenamt für die Gesellschaft zur Verfügung stellt, der setzt nicht nur ein Zeichen als Mutmacher, sondern auch gegen die immer mehr um sich greifende ich-bezogene Stimmung im Land“, erklärte er.
Und er schob nach: „Wir setzen beim BRK positive Akzente, die anderen zeigen: Wenn man zusammenhält, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kann man viel erreichen.“
„Jeder, der sich im Ehrenamt für die Gesellschaft zur Verfügung stellt, der setzt nicht nur ein Zeichen als Mutmacher, sondern auch gegen die immer mehr um sich greifende ich-bezogene Stimmung im Land.“
BRK-Referatsleiter Stefan Raab
Der Gesellschaft gelte es bei all dem immer wieder bewusst zu machen, dass das Engagement in den Rot-Kreuz-Gemeinschaften – und damit auch in den Ortsgruppen der Wasserwacht – keine Selbstverständlichkeit sei, sondern dass sich hier Menschen viele Stunden im Monat freiwillig einbrächten.
Als „wichtige Würdigung dieser Tätigkeit“ sah er die Ehrungen an, die er vier Vertretern der Kreis-Wasserwacht im Namen des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz aussprach. So erhielten Armin Schlüter, Richard Raum, Joseph Kraus und Fabian Seebauer für besondere Verdienste um das Bayerische Rote Kreuz die Silberne Ehrennadel.
Die vier Geehrten im Überblick:
„Das ist ein großes Feld an Aufgaben. Was da an Zeit reinspielt, ist kaum zu bemessen.“
BRK-Referatsleiter Stefan Raab